Die Geschichte der Koepjohann’schen Stiftung reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und ist eng mit der Sophiengemeinde verwoben.
Johann Friedrich Koepjohann war ein Schiffbaumeister, dessen Familie ursprünglich aus Havelberg stammte. Er übernahm die Schiffbauerei seines Vaters, die die vermutlich erste am jetzigen Schiffbauerdamm war. Er fühlte sich der Sophienkirche besonders verbunden und stiftete der Gemeinde eine neue Orgelempore nebst Orgel, wovon bis heute ein Schild auf der Empore zeugt.
Johann Friedrich Koepjohann errichtete am 03. Juni 1792 sein Testament, in dem er seine zahlreichen Angestellten bedachte, aber auch den Grundstein für die bis heute bestehende Stiftung legte. Er stiftete sein
„auf dem Schiffbauerdamm allhier gelegenes Haus (…) nebst dem dazu gehörigen und dabei gelegenen Garten und Feld, auch Ackergeräte zur Unterhaltung der jetzigen und künftige armen Witwen und Waisen aus dem Bürgerstand der Spandauer Vorstadt, meiner und meiner verstorbenen Frauen Familie“.
Er verstarb drei Tage später, am 06. Juni 1792 im Alter von 74 Jahren, seit 16 Jahren verwitwet und kinderlos.
Der Schiffbauerdamm um 1795
Heute haben sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Berlin, vor allem aber auch in der früheren Spandauer Vorstadt im Bezirk Mitte, grundlegend geändert, so dass die Stiftung zwar noch, analog zu den armen Witwen und Waisen, bedürftige ältere und allein stehende Frauen unterstützt, vor allem jedoch Projekte mit den Zielgruppen Kinder und Jugendliche bzw. Senioren, um eine breitere Streuung der Zuwendungen zu erreichen.
Die Stiftung unterhält seit fünf Jahren ein eigenes Projekt: einen Besuchsdienst für pflegebedürftige ältere Menschen. Seit Ende 2009 ist ein weiteres stiftungseigenes Projekt hinzugekommen: eine Beratungsstelle für wohnungslose Frauen.