Über uns
Die Koepjohann’sche Stiftung zählt zu Berlins ältesten Stiftungen – eine Geschichte vom Bewahren und Gestalten
Kuratorium (c) Frank Nürnberger
1792 – drei Jahre nach der Französischen Revolution, zu Lebzeiten von Kleist, Goethe und Schiller – verfügte der Berliner Schiffbaumeister und Unternehmer Johann Friedrich Koepjohann testamentarisch, dass seine in der Spandauer Vorstadt gelegenen Immobilien den Grundstock für eine Stiftung bilden sollten. Koepjohann bedachte in seinem Testament seine Verwandtschaft, die seiner Frau Maria Elisabeth und die Angestellten seiner Werft. Darüber hinaus sollten auch die Witwen und Waisen der Sophiengemeinde Zuwendungen erhalten. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurden auf dem ehemaligen Werftgelände aus Mitteln des Stiftungskapitals die Wohn- und Geschäftshäuser an der Albrechtstraße 14 –16 und Anfang des 20. Jahrhunderts das Eckhaus Schiffbauerdamm 8 / Albrechtstraße 13 erbaut.
Gutes tun - damals wie heute
Die Koepjohann’sche Stiftung erfüllt ihren Stiftungszweck bis heute – doch die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Wurden die Aufgaben früher überwiegend aus Miet- und Pachterträgen finanziert, ist die Stiftung heute zunehmend auf Fördermittel, Zustiftungen, Erbschaften und Spenden angewiesen, um ihre sozialen Angebote und Projekte im Kiez fortzuführen und weiterzuentwickeln.
Die Stiftung unterhält eigene Einrichtungen, die Menschen im Alltag begleiten und stärken. Auch der ursprüngliche Gedanke des Stifters lebt fort: Bedürftige Frauen aus der Familie Koepjohann und aus der Evangelischen Kirchengemeinde am Weinberg – die sogenannten Koepjohannitinnen – erhalten weiterhin Unterstützung. Damit sind alleinstehende Frauen im Seniorenalter gemeint, die der Gemeinde angehören.
Rückblickend hat die Stiftung seit Ihrer Gründung im Jahr 1792 einigen Stürmen getrotzt – Weltkriege, Kaiser, Könige, finanzielle Notlagen sowie ein geteiltes Deutschland überlebt.
Die Einrichtungen der Koepjohann’schen Stiftung heute
Die Stiftung ist fördernd und operativ tätig. Solide finanzielle und organisatorische Voraussetzungen garantieren beste Voraussetzungen für Innovation und Qualität in der sozialen Arbeit. Heute ist die Stiftung Trägerin von sechs Einrichtungen im Bereich der Frühen Hilfen, in der Arbeit mit und für Senior*innen, in der Nachbarschaftshilfe sowie in der Wohnungslosenhilfe.
In diesem Kontext versteht sich die Stiftung ebenfalls als Impulsgeberin in Politik und Gesellschaft mit dem Ziel, Veränderungsprozesse für sozial benachteiligte Menschen in Gang zu bringen, insbesondere um zur Verbesserung von prekären Lebensverhältnissen beizutragen.